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Deutschland – PIMEX im Baugewerbe
 
Bei den Unternehmen der Bauwirtschaft handelt es sich überwiegend um Klein- und Mittelbetriebe mit handwerklicher Struktur. Es ist diesen Betrieben in der Regel nicht möglich, die Gefahren welche von der Verarbeitung von Arbeitsstoffen ausgehen, zu erkennen, zu beurteilen und die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen. Ohne Hilfestellung von außen sind die Betriebe überfordert, die Problematik zu bewältigen. In dieser schwierigen Situation stellt GISBAU, das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bereits seit 1989 leicht verständliche Informationen für den sicheren Umgang mit Arbeitsstoffen bereit.

Nachdem in den letzten Jahren eher chemische Risiken (lösmittelhaltige Farben, Kleber etc.) im Fokus der Aktivitäten standen, ist gegenwärtig ein für die Bauwirtschaft eher klassisches Gefahrstoffthema in der Vordergrund gerückt: Mineralischer Staub. Grund hierfür sind u.a. verschärfte Grenzwerte für die Luft am Arbeitsplatz sowie eine Neubewertung von Quarzfeinstaub. Viele Tätigkeiten in der Bauwirtschaft sind zwangsläufig mit einer Freisetzung von mineralischem Staub verbunden. So z.B. bei Rückbau-, Abbruch- und Stemmarbeiten, Schleif-, Schneid- und Fräsarbeiten, um nur einige wenige staubintensive Beispiele zu nennen.

Bei Staubmessungen auf Baustellen hat sich u. a. bestätigt, dass insbesondere bei handgeführten Maschinen und Geräten hohe Staubemissionen auftreten. Oftmals werden diese Geräte ohne oder mit nur ungenügenden Staubschutzmaßnahmen betrieben. Technische Verbesserungen beim Staubemissionsverhalten dieser Geräte reduzieren die Staubbelastung an den Arbeitsplätzen und verbessern damit die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

Initiiert durch die Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft werden daher derzeit im Rahmen eines Forschungsvorhabens die von handgeführten Maschinen- und Geräte-Systemen ausgehenden Staubemissionen systematisch ermittelt. Hierbei werden handelsübliche Maschinen und Geräte unter Praxisbedingungen staubtechnisch bewertet. Die Ergebnisse des vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften geförderten Vorhabens, sollen insbesondere dazu genutzt werden technische Verbesserungen und staubarme Verfahren zu fördern.

Neben der „klassischen“ Staubprobenahme wird im Rahmen des Forschungsvorhabens auch das PIMEX-System eingesetzt. Das PIMEX-System stellt hierbei eine effektive und überaus hilfreiche Visualisierung und Dokumentation der durchgeführten Maschinenprüfungen dar. Schwachstellen an der Maschine bzw. am System (Maschine + Entstauber) lassen sich so im Nachhinein zweifelsfrei anschaulich nachvollziehen. Erst dies schafft die Vorrausetzungen für eine spätere zielgerichtet Auswertung der Ergebnisse. Zudem liefert die Visualisierung wertvolle Hinweise für staubtechnische Verbesserungen gerade bei den Diskussionen mit den Maschinenherstellern.

Das eingesetzte Respicon der Fa. Hund als personenbezogenes Staubmesssystem ermöglicht eine Vorortüberwachung und direkte Beurteilung der Staubsituation/-emission noch im Prüfraum. Mit dem PIMEX-System können Belastungen am Arbeitsplatz zeitgleich mit Messdaten (Staubmessungen) visualisiert und dokumentiert werden. Der Versuchsablauf bei der Prüfung der Maschine wird hierbei mit einer Video-Kamera gefilmt. Gleichzeitig werden über direkt anzeigende Messgeräte (Respicon) auftretende Staubkonzentrationen erfasst. So kann mittels Videoaufzeichnung, direkt anzeigenden Messsensoren (Respicon) und Datentelemetrie per Funk an ein Notebook der gesamte Versuchsablauf auf einem Bildschirm jederzeit rekonstruierbar aufgezeichnet werden. Das sofortige Erkennen von Spitzenwerten beim Arbeitsablauf ist somit quasi in Echtzeit möglich.

Darüber hinaus werden sich der entwickelnde Dialog (Vernetzung) und insbesondere die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern für weitere Problemstellungen im Themenfeld Maschinen – Gefahrstoffemissionen nutzen lassen. Auch hierbei wird das PIMEX-System in Zukunft ohne Frage wertvolle Dienste leisten.

[Abstract der Präsentation von Norbert Kluger, GISBAU auf dem internationalen PIMEX Workshop in Hamburg, September 2004 (PIMEX - eine moderne Methode zur Visualisierung und Reduzierung von Risiken am Arbeitsplatz) im Rahmen des Projekts PimexPro]
Metainfo:
Autor: Norbert Kluger; Copyright: Norbert Kluger, GISBAU, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft; Publiziert von: Johanna Fuchs (fuchs_j)
factID: 173096.2 (...Archiv); Publiziert am 20 Apr. 2005 09:52
 
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